Samstag, 25. September 2010

Nörgeln mit Niveau

Mal sehen ob ich das hinkriege.
Dass es nicht jeder beherrscht, beim "Dampf ablassen" nicht direkt ein ganzes Volk zu verprellen, hat kürzlich Danny Granger eindrucksvoll bewiesen. Granger, seines Zeichens Small Forward der US-Amerikanischen Basketballnationalmannschaft, entzückte die Welt mit einem Twitter-Eintrag, indem er sinngemäß berichtete, Europa sei ein fürchterliches Fleckchen Erde und die Menschen stänken nach toten Eseln. Sagte ich sinngemäß? Ich meinte wörtlich.
Nun wollte ich aber garnicht auf subjektiver Berichterstattung aus der Türkei herumhacken - schließlich gibt es genug andere Themen.
Das erste Thema für heute heißt "Werbung". Werbung ist immer und überall präsent, nervt im Radio besonders heftig und hat - und nun wird es wichtig - immer eine Zielgruppe. Es kann kein Zufall sein, dass während des Superbowls die Dichte an Bierwerbung verdoppelt ist. Hinzu kommt, dass es mit Sicherheit lustig wäre, die gezielte Werbung von, sagen wir, den Sendungen Popstars und Musikantenstadl einfach auszutauschen. Kurzum: An dem, was gesendet wird, lässt sich rückschließen, wer zusieht. Und das macht Spaß.
Was ich aber seltsam finde, ist die Werbung in Straßenbahnen. Gerade erwähntes Procedere lässt den geneigten Betrachter unmissverständlich zu der Schlussfolgerung kommen, dass in Straßenbahnen ausschließlich Menschen unterwegs sein müssen, die
a) gesteigertes Interesse an der Teilnahme meist medizinischer Studien haben, beispielsweise zur Medikamentenerprobung, und/oder
b) dringend juristischen Beistand vor dem Familien-/Scheidungs-/Überhaupt-Richter brauchen.Ich weiß nicht warum, aber die Bahnen sind voll mit diesen Anzeigen.

Außerdem - und damit lassen wir die Werbung ein wenig beiseite -finde ich Kinderhörspiele komisch. Insbesondere solche, die Titel wie "Heinrich Hannover - der müde Polizist" tragen. Ich habe nicht das geringste dagegen zu sagen, wenn auch Ordnungshüter ab und zu eine Mütze Schlaf vertragen können. Auch die Tatsache, dass allein diese Tatsache ausreicht, um daraus den Titel eines Kinderhörspiels zu friemeln, ist mir gelinde gesagt wurstbrotegal. Aber mal ernsthaft: Heinrich Hannover? Wenn ich mich recht entsinne, hat Deutschland ausschließlich gute Erfahrungen mit Alliterationen auf H gemacht...

Es gibt so viel zu nörgeln, dass ich mich für heute verabschiede. Beim nächsten Mal: Die Geschichte meines Freundes C., der beim Streetball-1on1 stets "Mila Superstar" zum besten gibt.
In diesem Sinne.

1 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

a) Der Musikantenstadl kommt auf einem öffentlich-rechtlichen Sender zur Prime, und was schließen wir daraus? Richtig! Wir zahlen nicht nur GEZ-Gebühren dafür. Nein! Es wird auch noch KEINE Werbung gesendet. Toll, nicht wahr?
b) Die Mila Superstar Titelmelodie bei sportlichen Aktivitäten zum Besten zu geben ist keine Schande, sondern äußerst klug. Als ich klein war, hab' ich die Luftballons auch besser getroffen, als ich mir vorgestellt habe sie seien Volleybälle...